school of lumix

exklusive workshops + fotowalks

Verschlusszeiten und Stabilisierung

Verschlusszeiten und die Stabilisierung

Einführung

Was muss man über die Verschlusszeit wissen und welche Zeit stelle ich an meiner Kamera ein?

Die Verschlusszeit ist der Wert, der uns angibt wie lange der Sensor  ( oder natürlich auch unser Film ) belichtet wird, also wie viel Licht auf den Chip fällt. Bei einer 1/250 Sekunde belichten wir den Sensor recht kurz und bei einer Sekunde recht lang. Welche Konsequenz hat das für unser Foto? 

Nehmen wir eine kurze Verschlusszeit von 1/250 Sekunde als Beispiel:

In der Regel können wir damit verhindern, dass unsere Aufnahme verwackelt. Die Verschlusszeit ist so schnell gewählt, dass sie unsere Bewegung durch das einfache Halten der Kamera eliminiert. Normale Bewegungen von Menschen und Tieren werden eingefroren.

Belichtet mit einer 1/250 Sekunde

Nehmen wir eine lange Verschlusszeit von einer Sekunde als Beispiel:

Normalerweise fotografiert man bei dieser langen Zeit von einem Stativ. Grundsätzlich sind wir nämlich nicht in der Lage, die Kamera eine Sekunde lang ruhig in der Hand zu halten. Man spricht bei dieser Belichtungszeit schon von einer Langzeitbelichtung und ist z.B. ideal für Nachtaufnahmen oder in der Blauen Stunde. Fotografieren wir von einem Stativ, werden alle nicht bewegten Objekte scharf und alle sich bewegenden Dinge werden unscharf.  

Belichtung von einer Sekunde bei einem Feuerwerk

Das sollte Euch erstmal als ein grober Leitfaden zu den Verschlusszeiten dienen. Es gibt natürlich auch hier viele Ausnahmen und Umstände bei denen Ihr die dementsprechende Zeit anders einstellen müsst. 

Was leistet eigentlich die Stabilisierung in der Kamera und Objektiv eigentlich?

Einmal mehr sollten wir unsere Kamera besser kennenlernen, um den möglichst größten Support von Ihr zu nutzen. Außerdem sind wir dann in der Lage die Kamera besser oder richtiger für unsere Fotos einzustellen. Die Lumix Kameras bieten seit vielen Jahren eine Stabilizierung in der Kamera und in vielen Objektiven an. Mit dieser Kombinationen erreicht man bemerkenswerte Ergebnisse.  

Lumix GH6 & LEICA DG ELMARIT 12-60mm

Ich persönlich bin selber immer wieder total überrascht, wie gut die Stabi funktioniert. Bei der Aufnahme oben komme ich auf eine Zeit von 0,8 Sekunden bei 12mm ( sehr weinwinklig ). Durch diese Hilfe bekomme ich die Möglichkeit meine Blende und ISO viel idealer zu wählen. Ich muss also meine Blende nicht komplett aufreissen oder die ISO in den Grenzbereich schrauben in der die Bildqualität stark nachläßt. Ein riesen Vorteil!

Im nächsten Beispiel seht Ihr eine Gegenüberstellung bei 25mm. Einmal mit Stabilisierung und einmal ohne. 25mm auf der Lumix GH6 ( MFT Format ) sind umgerechnet im Vollformat 50mm und entspricht der Sichtweise des menschlichen Sehens. 

Links das Bild mit Stabilisierung und rechts ohne. Gut zu sehen wie verwackelt das Bild ohne Stabi bei fast gleicher Belichtung ist. 

Richtig interessant wird es, umso länger die Brennweite wird. Das muss man sich so vorstellen, als ob man aus 50 Metern auf eine Zielschreibe mit bloßem Auge schaut oder durch ein Zielfernrohr. Schaut man durch ein Zielfernrohr merkt man jeden tiefen Atemzug. So ist das auch bei den längeren Brennweiten.

Hier ein Vergleich bei 50mm ( Vollformat 100mm ) 

Links mit Stabi und einer Belichtung von einer Sekunde. Rechts ohne 0,8 Sekunden belichtet.

Das alles kann man natürlich noch weiter ausreizen, in dem man ein Einbeinstativ als Unterstützung dazu nimmt. Hier komme ich bei 50mm ( Vollformat 100mm ) und aktivierter Stabi auf eine Verschlusszeit von 3,2 Sekunden.

Mit Einbeinstativ 3,2 Sekunden

Im nächsten Foto ein weiteres Extrem. Diesmal mit dem Leica DG Vario Elmarit 50-200mm mit Stabilisierung und vom Einbeinstativ auf 200mm ( Vollformat 400mm / extremes Tele)

Leica Vario Elmarit bei 200mm mit Einbeinstativ bei einer 1/5 Sekunde

Natürlich ist es immer eine ganz persönliche Sache, wie lange oder ruhig man eine Kamera halten kann. Wahrscheinlich ist das sogar von der Tagesform abhängig. Deswegen ist es umso wichtiger die eigenen Grenzen auszuloten. Man sollte wissen, was die Kamera in Kombination mit Linse XY leisten kann.

Kombiniere ich mein Wissen aus dem Tutorial „OPTIMALE ISO UND BLENDE“ und dem Wissen aus diesem Test, so bin ich in der Lage meine Kamera bestmöglich einzustellen.

Die Verschlusszeit ist für mich die größte Fehlerquelle bei einer Belichtung. Wir sollten uns deshalb ausgiebig mit ihr beschäftigen, um mögliche Fehler zu vermeiden.

8 Sekunden mit dem Einbeinstativ und Stabilisierung

Optimale ISO und Blende

Optimale ISO und Blende

Ich werde immer wieder gefragt, welche Einstellungen ich an meiner Lumix G9 oder auch an anderen Kameras wähle. Deshalb möchte ich heute mal auf meine Grundeinstellung bei der ISO und Blende eingehen. 

Grundsätzliches

Fangen wir zunächst bei dem ISO Wert einer Kamera an. Jede Kamera hat einen idealen ISO Wert an dem die Bildqualität am besten wiedergegeben wird. Bei meiner G9 liegt dieser Werte bei 200. Ändere ich den Wert nach oben oder unter, nimmt die Bildqualität allmählich ab. Zwischen ISO 200 und ISO 100 wird das kaum merklich sein, ebenso zwischen ISO 200 und ISO 400. Allerdings wird man zwischen ISO 200 und ISO 3200 deutliche Unterschiede sehen.

Belichtungsreihe ISO

Dafür mache ich mit jeder neuen Kamera einen Test, um zu wissen, wo die optimale Wiedergabe der ISO liegt. Grundsätzlich könnt Ihr bei allen Kameras davon ausgehen, das dieser um die 200 liegt. Gut zu wissen ist aber, wann einem persönlich die Qualität bei höheren Werten nicht mehr gefällt, bzw. für die Ansprüche nicht mehr ausreicht. Der Test ist schnell gemacht und mit einfachen Mitteln umsetzbar. Achtet darauf, dass das Licht immer gleich bleibt und vor allem immer gleich hell bleibt. Das hilft Euch später, die Bilder besser zu vergleichen.

Bei meiner G9 habe ich mich für die ISO 200 entschieden und würde in Ausnahmefällen bis zu einer ISO 3200 fotografieren. Mein Ausgangspunkt bei der Lumix G9 ist also ISO 200.

Als Nächstes möchte ich wissen bei welcher Blende an meinem Objektiv die optimalste Bildschärfe erreicht wird. Nicht bei jeder Blende ist die Schärfequalität gleich. Für diesen Test habe ich mich für das Leica DG Nocticron 42.5/1.2 entschieden und die Linse erreicht die optimale Schärfe bei Blende 4. Auch hier gilt wieder wie bei der ISO, das es nur kleine Unterschiede gibt, wenn man eine Blende auf oder zumacht. (Blende 2.8 oder 5.6). Zwischen Blende 4 und Blende 16 gibt es dann allerdings wieder sehr große Unterschiede. BITTE verwechselt nicht die Tiefenschärfe mit der optimalen Schärfe. Die Tiefenschärfen sagt nur etwas über den Schärfebereich aus. Also von wo bis wo liegt die Schärfe.

Belichtungsreihe Blende

Nun kenne ich meine beiden Ausgangswerte für die ISO und Blende für eine perfekte Bildwiedergabe. ISO 200 und Blende 4. 

Jetzt wäre die Verschlusszeit an der Reihe. Auch hier sollten man wissen, welche Verschlusszeit benötigt wird, um keine Verwacklung zu bekommen. Verwackelt eine Aufnahme, wird sie schnell unscharf oder wie man so schön sagt, weich. Die Verschlusszeit soll heute aber keine Rolle spielen, weil das ein komplexeres Thema ist und ich dafür ein zweites Tutorial plane.

Schlechte ISO Werte und ungünstige Blende mit einander kombinieren.

Was passiert nun bei einer absolut ungünstigen Kombination aus ISO und Blende? Das möchte ich Euch in der folgenden Gegenüberstellung nun verdeutlichen. 

Perfekte Kombination aus ISO und Blende ( ISO 200 & Blende 4 )
Suboptimale Kombination ( ISO 3200 & Blende 16 )

Hier gibt es die beiden Bilder noch einmal in voller Auflösung zum Download als ZIP.

Dateien

Und hier nun eine direkte Gegenüberstellung beider Aufnahmen und wir sehen welche Auswirkung eine schlechte Kombination haben kann. 

Fazit

Grundsätzlich ist es gut zu wissen, wo die ( technischen ) Grenzen der Kamera liegen. Natürlich spielt hier immer das persönliche Empfinden und der eigene Anspruch eine große Rolle, aber es hilft uns die Kamera richtig einzustellen. Ich starte immer mit diesen beiden Werten und gehe dann Kompromisse ein und wäge ab. Brauche ich mehr Schärfe, blende ich ab. Möchte ich sehr offenblendig fotografieren, gehe ich mit der ISO runter.